Blütenküche

Ein inspirierendes Interview mit Buchverlosung! In der Frühjahrsausgabe 2021 auf Seite 36 findest Du unser Gewinnspiel. Die HOLUNDERELFE-Autorin Birgit Weiß hat einen tollen und wertvollen Beitrag über gezuckerte Blütenträume geschrieben. Da lag es nahe, auch die Neuauflage von Ursel Bührings Buch „Blütenträume“ vorzustellen. Birgit kennt Ursel nämlich schon lange. Sie haben unter anderem gemeinsam Ausbildungskurse durchgeführt und viele Kräuterfrauen bei ihrer Ausbildung begleitet.

In der HOLUNDERELFE findest Du nur einen Teil des Interviews. In voller Länge kannst Du es hier nachlesen. Lass Dich inspirieren! Ich gehe jede Wette ein, dass Du an einem schönen Frühlings- oder Sommerwochenende ein paar Blüten in Zucker tauchst. Viel Freude dabei!

Birgit: Liebe Ursel, das Oberthema des Frühlingshefts der HOLUNDEELFE ist „Blütenträume“.
Vor bald 15 Jahren hat mich Dein Büchlein „Blütenküche“ zu ersten Versuchen auf dem Gebiet Kochen und Backen mit Blüten inspiriert. Das Kochen mit (Wild)-Kräutern kannte ich schon aus der Kindheit: meine Oma war darin sehr bewandert. Aber die Hauptzutat Blüten für viele Gerichte war mir neu. Warum gerade die Blüte in der Küche?

Ursel: Ich bin ein Augen- und Genussmensch. Blüten bieten beides: herrlichste Farben und vielfältigen Geschmack, von zartsüß bis kresseartig pikant-scharf. Mit den Farben fing es an: Mein Vater zeigte mir als Vierjährige den Farbkreis von Goethe anhand eines Kreises aus Blüten. Das habe ich nie vergessen. Dass man Blüten von Löwenzahn und Gänseblümchen essen kann, wußte ich schon in diesem Alter. Damals, in der Nachkriegszeit, viel Kinder und wenig Geld, gingen wir auf die Wiese und mussten sammeln helfen: Brennnesseln waren wenig attraktiv, aber aus Löwenzahnblüten gab es Gelee, die Blüten des Gänseblümchens kamen aufs Brot. Das hat Spaß gemacht.

Als ich mich dann später mich mit Gesundheit und Medizin beschäftigt habe und auf die Heilkraft der Farben kam, war es um mich geschehen: täglich „Farben essen“ oder „jeden Tag einen Regenbogen genießen“ ist seit langem meine begeisterte Devise, das kennen alle meine KursteilnehmerInnen. Genau das bieten, neben Obst und Gemüse, ganz reichlich die Blüten. Man muss sie nur wieder kennenlernen. 

Birgit: Vor einigen Jahren haben wir uns in der Deiner Seminarreihe „Grüne Hausapotheke“ persönlich kennengelernt. Damals war ich schon Kräuterpädagogin und wollte mich auf dem Gebiet der Heilkräuter weiterbilden. Dein besonderer Ansatz, die Pflanzen vorrangig zu verwenden, um die Gesundheit zu erhalten, hat mich besonders fasziniert. Magst Du den Leserinnen und Lesern darüber erzählen?

Ursel: Ja gerne. „Pflanzenbetont essen“ schmeckt, sieht klasse aus und hält gesund, was will man mehr? Es ist das einfachste, unkomplizierteste, kostengünstigste und das köstlichste und kostbarste zugleich. Man muss „nur“ die Pflanzen kennen. Pflanzen-Nahrung sind Nüsse, Getreide, fette Öle und ätherische (Duft-)Öle, aromatische Kräuter, Gemüse, Obst und essbare Blüten. Das alles gedeiht im eigenen Garten, in der freien Natur oder ist auf dem Bauernmarkt erhältlich. Ganz ehrlich: was gibt es denn Schöneres, Besseres als Gesundheit essen, die schmeckt und toll aussieht?!

Birgit: Was empfiehlst Du uns, um Gemüse, Obst, Kräuter und auch Blüten in den Alltag zu integrieren?

Ursel: Immer das Einfache. Das Regionale, Saisonale, Bekannte, Machbare. Voraussetzung: Kenntnis der Pflanzen, das lernt man am besten im Kreise Gleichgesinnter (zu den „Grünen Freundinnen“ gesellen sich dann auch Freundschaften menschlicher Art). Glückliche GartenbesitzerInnen schöpfen aus dem Vollen, WildkräuterliebhaberInnen gehen in die Natur, wer einen Balkon hat sät eine Blumenmischung mit essbaren Blüten – und ansonsten gibt es Nachbarn, Freunde und Pflanzenliebhaberinnen und -liebhaber. Das Interesse und die Begeisterung öffnet Türen, bestimmt! 

Birgit: Kräuter oder essbare Wildpflanzen sammeln und besonders die Verarbeitung der Blüten sind spannende, wohltuende und für viele noch immer „exotische“ Themen. Womit sollte der Neuling beginnen? Wo können „alte Hasen“ neue Ideen finden? Ich finde immer, die Kräutlein flüstern mir neue Anregungen zu, egal ob im Garten oder wenn ich durch Wald und Wiese streife, beobachte, schnuppere oder ein kleines Stückchen koste (aber nur von Exemplaren, die ich genau kenne). Das wird ausprobiert in der Küche, verfeinert, verkostet und dann weitergegeben …. Wie machst Du das?

Ursel: Du hast in Deiner Frage gleich das Wichtigste verpackt: nur solche Pflanzen pflücken, die man genau kennt, danke! Aber von vorne: die Frage lautet, welche Pflanzen kenne ich? Löwenzahn: wer einmal an einer vollen Blüte gerochen hat wird den Honigduft nie vergessen – und so süß schmecken die aus dem bitteren Blütenkelch ausgezupften Zungenblütchen auch. Übers Dessert, aufs Butterbrot, über Salate, Gemüse oder in Sommergetränke gestreut: köstlich!

Ebenso Gänseblümchenblüten, kennt auch jedes Kind, vielleicht auch die Rotkleeblüten. Wer einen Garten hat kennt wahrscheinlich Kräuter: Knospen und Blüten von Thymian, Basilikum, Pfefferminze schmecken superaromatisch.

Kapuzinerkresse kennen Gärtnerinnen und Gärtner auch: nach einem Blick ins Innere, um tierische Besucher auszuschließen kann man sie roh genießen, farbenfroh in Kräuterbutter verarbeiten oder Speisen damit aromatisieren. Ringelblumenblüten sind bekannt und verzaubern nicht nur Desserts, Reis, Salate, Gemüse, Fisch, sie pflegen auch streichelzart unsere Verdauungsorgane.

Taglilien sind geschmacklich gesehen mein Favorit, und die Blütenblätter der Sonnenblumen farblich gesehen.

Und Rosen, Rosen kennt auch Jeder: alle Rosen, die nicht gespritzt sind, sind essbar und heilsam, für Desserts, Getränke, Salate und als herrlich duftende Deko. 

Wer sich auskennt unter den Grünen Freundinnen der macht’s wie Du: Geschmack testen, Aroma riechen und dann attraktive Mischungen kreieren von süß bis scharf- Oder besondere Farbakzente setzen mit getrockneten, pulverisierten Blütenfarben, mit Blütenzucker oder Blütensalz, mit Kräuterpinseln, Blüten kandieren, Blüten als Diadem in Eis einschließen oder in Teig überbacken: so viel spannende Gerichte.  

Birgit: Vor einigen Wochen ist Dein neues Buch „Blütenküche“ im Ulmer Verlag erschienen. 3 Exemplare wurden der „HOLUNDERELFE“ freundlicherweise zur Verlosung übergeben. Was erwartet den Leser bei der Lektüre? 

Ursel: Die Blütenküche ist bunt, lecker und gesund, ob essbare Wildpflanzen oder Blumen und Kräuter aus dem Garten. Sie macht mit ihren bezaubernd schönen Bildern, mit ihren Pflanzenportraits und 70 einfach nachzumachenden Rezepten vor allem Lust und Mut zum Ausprobieren: essbare Blüten für Hingucker und Partysnacks, für Bowlen, Salate, Suppen, Kuchen oder Brot. Sie ist eine große Portion farbgesunder Genuß für alle Sinne. 

Birgit: Liebe Ursel, ich danke Dir von Herzen für das Gespräch! 

Die HOLUNDERELFE dankt Euch beiden auch! Ein herzliches DANKE an den Ulmer Verlag fürs Bereitstellen der Verlosungsexemplare. Du magst ein Buch gewinnen? Schau auf Seite 36 im Frühjahrsheft nach und mach mit. Wir freuen uns auf Dich! Herzlichst, Kristin

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